1. Die Normalsterblichen kommen

Die Bibel offenbart im Epheserbrief, dass die Gemeinde sieben Ebenen des Wachstums durchlaufen soll (Eph 4,11-13). Dabei wird der Fahrplan Gottes offenbart für eine starke, weltweite Gemeinde, für die Jesus jederzeit wieder kommen kann – vermutlich nicht an einem religiösen Sonntag.

Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten. Er gab Evangelisten, Hirten und Lehrer, damit sie die, die Gott geheiligt hat, zum Dienst ausrüsten und so der Leib des Christus aufgebaut wird mit dem Ziel, dass wir alle die Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes erreichen; dass wir zu mündigen Christen heranreifen und in die ganze Fülle hineinwachsen, die Christus in sich trägt. (Epheser 4,11-13)

Gott handelt niemals willkürlich, und Er muss auch nie Notmaßnahmen ergreifen. Er hat nicht plötzlich eine gute Idee, die ihn begeistert. Nichts, was auf Erden geschieht, überrascht ihn! Er führt aus, was er bereits vor Grundlegung der Welt geplant hat. Deshalb muss jeder wissen, der in einer lebendigen Gemeinde mitarbeitet, dass er in einem Werk mitwirkt, das zum Erfolg vorherbestimmt ist – einfach weil es Gottes Werk ist. Der Allmächtige hat nicht die Absicht, den Niedergang Seines Reiches zu überwachen. „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben“, sagte Jesus, „ich bin gekommen, damit ihr Leben habt und es in Überfluß habt." (Joh 10,10) Die Bibel sagt, dass Jesus regiert - nicht irgendwann, sondern heute. Er wird sicherstellen, dass wir als Seine Gemeinde folgende sieben Wachstumsebenen durchlaufen.

  • Ebene 1: Wir werden herausgerufen aus diesem Weltsystem,  wozu Gott Christen benutzt, z.B. Evangelisten und andere Dienstgaben
  • Ebene 2: Dann wird es sichtbar, dass jedes Glied der Gemeinde etwas zu geben hat – jeder Christ ist ein Diener und in einen geistlichen Dienst gestellt
  • Ebene 3: Gott wird es zustande bringen, dass wir Andere mit unseren Problemen nicht herunterziehen, sondern aufbauen; wir bekommen Anteil an der „Erbauung des Leibes Christi“.
  • Ebene 4: Danach gibt es ein Geschenk, eine Belohnung zwischendurch: die Einheit des Glaubens – nicht so wie in einer Partei, sondern mit folgendem Fokus:
  • Ebene 5: Die Erkenntnis des Sohnes Gottes. Nur durch Ihn ist echtes Wachstum, das in der Ewigkeit einen Wert hat, möglich. Wir mögen wachsen in Erfahrung, Erkenntnis und Einfluss. Aber nur Jesus selbst kann auf den nächsten Level führen.
  • Ebene 6: Die volle Mannesreife. Die Mündigkeit des einzelnen Gläubigen ist das erkärte Ziel. Wir werden noch sehen, was dies bedeutet. Aber beim letzten, folgenden Punkt fehlen mir die Worte.
  • Ebene 7: Das Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi – wir werden es verstehen, wenn wir dort angekommen sind. Das ist alles, was ich dazu sagen kann. Das Schöne ist, dass Jesus selbst diese Entwicklung bewirken möchte.

Die Wiederherstellung

Gott hat in uns alle eine Sehnsucht hineingelegt: es ist das Verlangen nach Vollkommenheit. Alles muss besser, schneller und einfacher zu bedienen sein. Da ist der Hunger nach Perfektion in jedem von uns zu finden. Das können wir nicht leugnen. Aber nur Gott kann ihn stillen – kein Job, keine Karriere, kein Lebenspartner, kein Haus, kein Hobby, kein Sportpokal, und auch nicht die Kinder - überhaupt kein Mensch kann dies tun. Auch nicht das neue Windows Vista. Über Jesus heißt es: „Den muss freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von denen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat.“ (Apg 3,21) Die sog. heutige Kirche hat so viele Dinge hervorgebracht, die nicht notwendigerweise „die Gemeinde“ ausmachen. Sie mögen ein Teil davon sein. Dank sei Gott für christliche Schulen, Krankenhäuser, medizinische Kliniken, Weisenhäuser, Bibelschulen, Kinderprogramme, Missionsprojekte, Evangelisation. Projekte, Hauskreise und andere Gruppen. Diese Dinge oder Gruppen mögen gut in sich selbst sein und auch die Arbeit, die sie verrichten. Aber sie sind nicht notwendigerweise die Gemeinde. Wer zu McDo geht, wird nicht gleich ein Hamburger! Man kann viele christliche Aktivitäten verfolgen, ohne die Gemeinde selbst in seiner Mitte zu haben. So hat es Gott zugelassen, dass die Gemeinde in eine tiefe Identitätskrise hineingekommen ist, dass sie auf der Suche nach einer klaren Definition ist.

 

Was die Gemeinde nicht ist

Die Gemeinde ist kein Verein, kein Betrieb und auch keine Schule. Kein Verein deshalb, weil sich hier lediglich Gleichgesinnte eingefunden haben. Bei aller Zielstrebigkeit und aller Vision, die uns Gott geschenkt hat, ist doch nicht ein Parteiprogramm Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit. Es geht doch nicht um Visionen eines Unternehmens. Es kann nicht unser Lebensziel sein, 1000 Mitglieder zu haben. - Die Gemeinde ist auch kein Betrieb, weil dieser dirigistisch geführt wird. Hier kann der Chef Angestellte nach Kriterien der Nützlichkeit und Wirtschaftlichkeit aussuchen, einstellen und entlassen. Doch Nützlichkeitsdenken ist Gott und Seinem Hause fremd, weil jeder Mensch wertvoll ist! - Die Gemeinde ist auch keine Schule, weil hier der Lehrer die Kinder trimmt und ungezogenen Schülern die Ohren langzieht, anstatt sie höher zu achten als sich selbst. Ein gutes Gebet, das wir immer wieder sprechen sollten, ist: Herr, mache mich zu einem Richtungsweiser, nicht zu einer Vogelscheuche. Ich will es anderen leichter machen, zu glauben und nicht schwieriger.

 

Was ist die Gemeinde?

Die Gemeinde ist der Wille Gottes. Sie ist nicht eine Notlösung, sozusagen ersatzweise für das jüdische Volk. In Römer 11,1 heißt es: „Hat Gott etwa sein Volk verworfen? Das sein ferne!“ Schon lange bevor es überhaupt einen einzigen Juden gab, hatte Gott die Gemeinde auf dem Herzen. Er sehnte sich danach, Menschen als eine besondere Braut für Seinen Sohn auszusondern: „Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein... Die er aber vorherbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und die er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; die er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht.“ (V. 30) Wir sprechen darüber, daß die Gemeinde der Wille Gottes ist. Da gibt es den souveränen und den zugelassenen Willen Gottes. Doch die Gemeinde, sein Leib, ist der souveräne, erklärte Wille Gottes. In Mt 16 und Mt 18 wird zum allerersten Mal im NT die Gemeinde erwähnt. Beide Stellen sind von Jesus Christus gesprochen, dem Baumeister der Gemeinde. Es ist wichtig, zu wissen und zu verstehen, was Gott zu unserer Generation über die Gemeinde sagt, und was die Absicht der Gemeinde ist.

 

Der erste Level: Berufen zum Christsein

Im Griechischen gibt es zwei Wörter, die mit „Kirche“ übersetzt werden können. Wenn wir sagen: „Dort ist eine Kirche“, sprechen wir von einem Gebäude, bestehend aus leblosen Steinen. In diesem Zusammenhang wird das gr. Wort kyriakos gebraucht. Doch wenn die Bibel von der Gemeinde (Kirchengemeinde) spricht, verwendet sie hierfür das Wort: ekklesia. Es bedeutet „Herausgerufene“ (ek: heraus, kaleo: rufen). Der Apostel Paulus macht deutlich, dass die Gemeinde aus Menschen besteht, die aus einem Leben der Sünde herausgerettet und -gerufen sind. „Er hat uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade, die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus geschenkt wurde.“ (2Tim 1,9) Es geht als nicht um unsere Werke. Wenn Jesus wiederkommt, geht es nicht darum, wie wir ihn durch das, was wir tun, beeindrucken können. Er heiratet uns als Seine Braut nicht wegen unserer Talente, Missionsprojekte oder unserem Geld. Er will keine Zweckehe, und erst Recht keine Zwangsehe! An dem Tag, wo Er wiederkommt, wird er seinem Vater nur eine Braut präsentieren: Es ist die Eine, die Er von Herzen liebt. Umgekehrt dürfen wir Jesus auch nicht "nur" gebrauchen, also für unsere eigenen Projekte mißbrauchen. Manchmal ist es sogar gut, eine zeitlang abseits von Diensten zu sein, um die Liebesbeziehung zu Ihm wieder ganz neu zu kultivieren. Die Braut Sulamith betete: „Zieh mich dir nach, lass uns eilen!“ (Hl 1,4). Das heißt: Lass uns keine Zeit verlieren! Denn wenn wir die Zeit totschlagen, erfährt sie nie wieder eine Auferstehung! Wir stehen im Prozess der Ehevorbereitung! Es ist schon erstaunlich, aber manche bereiten sich besser auf den Führerschein vor, als auf die Ehe. Darum schreibt Paulus: „Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch {einem} Mann verlobt, um <euch als> eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen.“ (2Kor 11,2)

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