1. Ist die Bibel tatsächlich Gottes Wort?

Das Fundament

In der Mitte jener Epoche, als die Lehre des Deismus sich sehr schnell verbreitete - jene Lehre, die besagt, dass Gott die Welt zwar geschaffen, aber diese sich dann selbst überlassen hat -, proklamierte der Gottesläster Voltaire, dass innerhalb nur 25 Jahren die Bibel ein vergessenes Buch sein würde und das Christentum der Vergangenheit angehöre. Vierzig Jahre später, nach seinem Tode im Jahr 1778, wurde die Bibel und andere christliche Literatur ausgerechnet in seinem ehemaligen Wohnhaus gedruckt (Voltaire hat sich sicher noch im Grabe umgedreht). - Wir müssen erkennen: Gottes Wort zerstören zu wollen ist so töricht, wie der Versuch, mit einer Pickhacke den Felsen von Gibraltar abtragen zu wollen. Der Felsen bleibt bestehen, ganz gleich, was wir unternehmen. Wir müssen uns mit folgenden drei Aussagen der Bibel auseinandersetzen: Die Bibel ist Gottes Wort, sie ist die Wahrheit und besteht ewig. Kein Wunder, dass es kein Buch auf der Welt gibt, dass so sehr kritisiert und in anderen literarischen Werken zugleich so häufig zitiert wird wie die Bibel. So ist sie immer noch das meistgekaufteste Buch der Welt!

 

Die Bibel ist nicht etwa, wie viele meinen, nur eine systematisch theologische Abhandlung. Sie ist auch nicht eine moralische, geschichtliche, wissenschaftliche oder anders geartete Abhandlung. Sie ist vielmehr eine Offenbarung Gottes, des Sündenfalls und der Errettung durch Jesus Christus - eine Darstellung des Planes und der Absichten Gottes zu allen Zeiten. Sie ist Gottes Wort!

 

Nach Seiner ausführlichen Darstellung Seiner Lehren kam Jesus schließlich zu folgender erstaunlichen Aussage: „Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen" (Mt 24,35). Selbst wenn dieses Sonnensystem vergangen ist und das Universum zusammengerollt wurde wie eine Buchrolle, gibt es etwas, das dies alles überleben wird: die Worte Jesu. - Sie sind in der Bibel für uns festgehalten.

 

Die Bibel ist uns stückweise gegeben worden in einer Zeitspanne von über 1500 Jahren. Heilige Männer Gottes sprachen, bewegt durch den Heiligen Geist. Sie schrieben das nieder, womit Gott sie inspirierte. Dies geschah nicht aufgrund eigenen Entschlusses. Deswegen entstanden die Seiten auch nicht am Schreibtisch, sondern zum Teil an recht ungewöhnlichen Orten wie in der Wüste Sinai, auf den Bergen und Städten Palästinas, in der Verbannung auf einer Insel oder im Kerker genauso wie in einem Königstempel.

 

Dabei entstanden 66 getrennte Bücher, die von über 45 verschiedenen Schreibern ganz unterschiedlicher Herkunft aufgeschrieben wurden. Nicht auf Intellekt oder Bildung kam es dabei an, oder, wie jemand es einmal formulierte: Nicht auf goldene oder silberne Gefäße. Gott sucht sich immer an Ihn hingegebene Gefäße. Die Schreiber waren:

  • Hirten wie Amos und David
  • einfache Leute wie die Fischer Petrus, Jakobus und Johannes
  • bedeutsame Persönlichkeiten wie der Ministerpräsident Daniel und der Mundschenk Nehemia
  • Gelehrte ägyptischer Weisheit wie z. B. Mose
  • Gelehrte des jüdischen Gesetzes wie z. B. Paulus
  • bedeutende Propheten mit politischer Autorität wie Jesaja, Hesekiel und Sacharja
  • weitere Beispiele sind der Zöllner Matthäus, der Priester Esra, der Arzt Lukas oder der militärische Oberbefehlshaber Josua.

Diese Schreiber mit derart divergierenden Persönlichkeitsstrukturen hatten dennoch eine erstaunlich einheitliche Lehre. Dies verwundert umso mehr, wenn man bedenkt, dass sie dabei hunderte von Themen behandelten.

 

Stellen wir uns vor, dass ein anderes Buch in ähnlicher Weise zusammengestellt wurde. Setzen wir den Fall, dass 66 Bücher über den Fachbereich der Medizin von 45 verschiedenen Ärzten über einen Zeitraum von über 1500 Jahren geschrieben worden sind. Diese Ärzte sollen Vertreter verschiedener medizinischer Schulen sein, wie die der Allopathie, Homöopathie, Hydropathie, Ostöopathie, usw. Diese Schulen vereinigen wir nun zu einer einzigen Lehre, nehmen einen Kranken und versuchen ihn, danach zu behandeln. Welchen Heilerfolg würde dieses Unterfangen wohl haben? Oder besser gefragt: Würde sich überhaupt ein Freiwilliger für eine medizinische Behandlung finden?

 

Obwohl die Bibel in einer wie soeben beschriebenen Weise zusammengetragen worden ist, ist sie doch nicht ein wildes Durcheinander, ein heterogenes Gemisch von uralten Geschichten, Mythen, Legenden, religiösen Spekulationen und Vorstellungen. Vielmehr können wir in der Bibel eine auffällige Harmonie und zugleich fortlaufende Kontinuität erkennen: Die Richter wussten mehr als die Patriarchen, die Propheten wussten mehr als die Richter, die Apostel wussten mehr als die Propheten. Doch keiner widersprach dem anderen.

 

In der Wissenschaft ist dies völlig anders: Einstein wusste zwar mehr als Newton und Newton wusste mehr als Kepler. Doch heute gelten die Keplerschen Gesetze nur noch näherungsweise, und die newtonschen Gesetze gelten, wie wir wissen, in der Quantendynamik nicht mehr. Solch eine Substitution von Erkenntnissen gibt es im biblischen Bereich nicht. Die zehn Gebote sind heute noch genau so aktuell wie vor 4000 Jahren. Damals auf zwei Steintafeln eingebrannt, heute schwarz auf weißem Papier – ihre Gültigkeit und Aktualität ist nach wie vor dieselbe. Viele religiöse Schriften mussten seit ihrer ersten Ausgabe mehrere Male revidiert werden, doch die Bibel ist in ihren entscheidenden, lebensbestimmenen Größen und Aussagen heute genau so wahrheitsgemäß wie zur Zeit ihrer Niederschrift.

 

Das Alte- und das Neue Testament sind auch nicht vollkommen losgelöst voneinander. Das NT nimmt nicht den Platz des AT ein. Sie sind zwei Hälften eines Ganzen. Das Neue Testament ist im Alten verhüllt, das Alte ist im Neuen Testament enthüllt! Das bedeutet, dass zu jenem Zeitpunkt, als Jesus auf die Erde kam, bildlich gesprochen der Schleier fiel. Das AT wurde nun verstanden. Tatsächlich zerriss der Vorhang im Tempel. Man kann z. B. das 4. Buch Mose im AT nicht ohne den Brief an die Hebräer im NT verstehen, das Buch des Propheten Daniel im AT nicht ohne die Offenbarung des Johannes im NT und das Passahfest oder Jesaja 53 nicht ohne die Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes begreifen. Die Bibel ist wie ein riesiges Puzzle - ein Stück für sich allein mag ein völlig anderes Bild ergeben als alle zusammengenommen.

 

Von Menschen geschrieben?

 „Ist die Bibel nicht von Menschen geschrieben worden?“ lautet die immer wieder gestellte Frage. Die Antwort kennen wir bereits: JA, nämlich von über 45 Schreibern. Doch das Geheimnis lag nicht in den Schreibern, sondern in dem Geist, der sie alle inspirierte - dem Heiligen Geist.

 

Das Wort „Inspiration“ wird immer moderner. Wir sagen: „Das Bild hat mich inspiriert, diese Person oder die Musik inspiriert mich.“ Doch wenn die Bibel von Inspiration redet, dann verwendet sie dafür im Griechischen das Wort theopneustos, welches buchstäblich „gottgehaucht“ bedeutet. Dies hat zwei Bedeutungen: Erstens sind die heiligen Schrift von Gott „ausgehaucht“, d. h. sie sind von Ihm ausgegangen. Zweitens sind es Worte, die er Menschen „eingehaucht“ hat. Auch aus unserem täglichen Sprachgebrauch kennen wir Ausdrücke wie: „eine Stimme in mir sagte das.“ Da gibt es eine „Stimme des Gewissens“. Manche sprechen auch vom sogenannten "sechsten Sinn". In ähnlicher Weise, jedoch mit entsprechend größerer Autorität, wurden die Schreiber der Bibel vom Heiligen Geist inspiriert. Petrus bringt dies sehr deutlich zum Ausdruck, indem er schreibt: ''Die Propheten... forschten, auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete, als er die Leiden, die auf Christus [kommen sollten], und die Herrlichkeiten danach vorher bezeugte" (1Pet 1,11). Dieser Bibelvers sagt, dass die Schreiber selbst nicht immer das verstanden, was „der Geist Christi“ in ihnen sagte.

 

Im Traum reden Menschen manchmal Dinge, die sie nicht selbst steuern. Muss man sich Inspiration etwa so vorstellen? Wurden die Schreiber einfach nur in eine Art Ekstase oder einen Trance ähnlichen Zustand gebracht? Nein, sie wahren bei vollem Bewusstsein. Paulus musste es jedenfalls sein, denn bei seinem Brief an die Christen in Rom diktierte er seinem Assistenten Tertius. Dabei musste er einen klaren Kopf haben. Für die Inspiration muss man seinen Verstand also nicht an der Garderobe abgeben. Doch die Unfehlbarkeit der Bibel verlangt, dass die Schreiber wirklich nur Sekretäre Gottes waren.

 

Petrus erklärt: „Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist“ (2Pet 1,21). Das griechische Wort pheromenoi, das mit „getrieben“ übersetzt wurde, erinnert an das Treiben eines Segelbootes im Wind. So wie das Segel gefüllt wird, wurden die Herzen jener Propheten und Apostel vom Heiligen Geist erfüllt. Das ist das, was Petrus zum Ausdruck bringt. Die Schreiber waren nur die Werkzeuge Gottes, der Heilige Geist dagegen der wahre Autor der Heiligen Schrift.

 

Der König David sagte: "Der Geist des HERRN hat durch mich geredet, und sein Wort war auf meiner Zunge" (2Sam 23,2). Und der Prophet Jeremia sprach: "Und der HERR... rührte meinen Mund an, und... sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund" (Jer 1,9). Todesstrafe war über den Propheten ausgesprochen, der den Worten Gottes etwas zufügen würde. "Ihr sollt nichts hinzufügen zu dem Wort, das ich euch gebiete, und sollt nichts davon wegnehmen, damit ihr die Gebote des HERRN, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete!" (5Mo 4,2). So sondert sich die Bibel ganz klar vom Menschenwort ab. In vielen Religionen werden der Bibel noch weitere sog. Heilige Schriften zugefügt. Doch dieses ist eine Praxis, die die Bibel untersagt. Sie wird von denen vorgenommen, die ohnehin an der Glaubwürdigkeit der Bibel zweifeln.

 

Eine zweite Frage, die häufig gestellt wird, ist diese: „Glauben Sie wirklich, dass die gesamte Bibel göttlich inspiriert ist?“ Wie lautet die Antwort? Uneingeschränkt Ja. Von den trockenen Listen in den Chroniken des AT bis hin zu jedem Wort Gottes in der Apokalypse des Johannes. Durch Inspiration gibt uns die Bibel einen lückenlosen Stammbaum unseres Herrn Jesus Christus. Dies mag nicht allzu viel in unserer westlichen Zivilisation bedeuten. In der östlichen Welt ist es jedoch sehr wichtig zu wissen, wer wessen Vorfahre ist. Mir wurde berichtet, dass sich in Indien ein Mann allein beim Lesen von Jesu Geschlechtsregister für den christlichen Glauben entschied. Er sagte, in unserem Land tauchen alle möglichen Gurus und Lehrer aus dem Nirgendwo auf, von denen niemand weiss, wo sie herkommen. Aber diesen Jesus Christus kannst du ganz bis zum Anfang zurückverfolgen. – Die Bibel sagt, „man meinte“, dass er Josephs Sohn war (Lk 3,23). Doch er war es nicht wirklich. Er kam direkt von Gott. All dies finden wir in den Geschlechtsregistern. Sie gehören mit dazu. Die Bibel enthält nicht nur Gottes Wort. Sie ist es ganz und gar.

 

Gott ist eine Person, die sowohl schreiben als auch sprechen kann. Auf dem Berg Sinai schrieb Er die beiden Gesetzestafeln auf Stein, Er sprach bei der Taufe Jesu im Jordan und schließlich redete Er in der Person Jesus Christus: „Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll; und ich weiß, dass sein Gebot ewiges Leben ist“ (Joh 12,49-50).

 

Was aber ist mit den Worten Satans, den Worten eines Goliaths oder jener Menschen, die nicht von Gott gebraucht wurden? Nun, in der Bibel werden viele Menschen zitiert, ihre wahren Aussagen und ihre falschen. Dies geschah mit der Absicht, dass wir sowohl von den Stärken, als auch von ihren Schwächen und Fehlern lernen sollen. Soweit es jedoch Gott betrifft, wird Er absolut korrekt zitiert und mit vollem Wahrheitsgehalt.

 

Prophetische Beweise der Inspiration

Im 53. Kapitel gibt die Bibel eine erstaunlich genaue Beschreibung von der Kreuzigung Jesu. Das Besondere an dieser Prophetie ist, dass sie vor mehr als 600 Jahren vor dem Eintreffen durch den Propheten Jesaja vorhergesagt wurde. Wir war dies möglich? Wir kommen hier zu einem ganz anderen Themenkomplex, der so deutlich für die übernatürliche Inspiration der Bibel spricht, wie kaum ein anderer - es ist der ganze Bereich der Prophetie. Gitt schreibt: „Die Bibel enthält 6408 Verse mit prophetischen Angaben, von denen sich 3268 bisher so erfüllt haben, während die restlichen Prophetien noch zukünftige Ereignisse betreffen. Keine Voraussage ist verändert eingetroffen. Das gibt es in keinem anderen Buch der Weltgeschichte. Hier haben wir einen - auch mathematisch ausdrückbaren - Wahrheitsgehalt vor uns, der nirgends seinesgleichen hat.“

 

Es gibt heute viele Zukunftsvorhersagen, die man in Zeitschriften nachlesen kann. Gerade zu Beginn jedes neuen Jahres interessiert sich die Öffentlichkeit dafür, was das kommende Jahr bringen wird. Immer mehr Menschen gehen zu Wahrsagern, interessieren sich für Horoskope oder lassen sich ihre Handlinien deuten. Es besteht ein enormes Interesse daran, was die Zukunft bringen wird. Doch viele Voraussagen von Wahrsagern haben sich als trügerisch erwiesen.

 

Wer die Zukunft zuverlässig voraussagen kann, besitzt grenzenlose Macht. Stelle dir nur vor, du würdest den Börsenstand von morgen kennen. Dies wäre jedoch nocht nichts gegen die Erkenntnis Jesu Christi. Da gibt es tatsächlich jemanden, der die Zukunft wie kein anderer kennt. Er besitzt grenzenlose Macht. In den biblischen Prophetien hat Er gesprochen. Darin wird die Ablehnung Jesu von den Juden vorausgesagt, der Verrat Judas für genau dreißig Silberstücke, die Anklage durch falsche Zeugen, das Losen der Soldaten um Jesu Gewand und dass man ihm Galle und Essig zu trinken geben würde;  die Durchbohrung seiner Seite und sein gesamtes stellvertretendes Leiden wurde mit größter Präzision vorhergesagt. Doch nicht nur Dinge bezüglich seines Todes wurden prophezeit, auch sein triumphaler Einzug in Jerusalem - allerdings nicht auf einem weißen Pferd, sondern auf einem Esel, wie es auch tatsächlich geschehen ist.

 

Vielleicht denkt jemand, dass Jesus sein Leben entsprechend der Vorhersagen hingedreht hat, nach dem Motto: „Holt mir mal einen Esel, dass die Leute glauben, ich sei der Messias - denn ich will unbedingt zu Tode gefoltert werden.“ Nein, dieses Argument greift nicht, denn es gab Prophetien, die Jesus nicht selbst manipulieren konnte. Wie zum Beispiel seinen Geburtsort Bethlehem, der von Micha durch Inspiration 700 Jahre zuvor angegeben wurde, den Zeitpunkt seiner Geburt, der von Daniel vorhergesagt wurde oder seine Auferstehung von den Toten, die in der ganzen Heiligen Schrift zuvor angekündigt wurde.

 

Auch stimmt es nicht, dass es mehrere Menschen gab, die die Prophetien erfüllten. Peter Stoner, emeritierter Professor der Naturwissenschaften am Westmont College, widerlegte diese These gemeinsam mit 600 Studenten. Er ließ sie die mathematische Wahrscheinlichkeit dafür ausrechnen, dass nur acht der alttestamentlichen Prophetien sich bei irgendeinem Menschen, der je gelebt hat oder lebt, gleichzeitig erfüllen. Die Wahrscheinlichkeit betrug 1:1017. Das ist eine Zahl mit 17 Nullen. Um diese Zahl zu begreifen, stelle man sich die Erde mit weißen Fliesen bedeckt vor, von denen jede etwa vier Quadratzentimeter groß ist. Die Unterseite einer einzigen Fliese soll dabei rot gestrichen sein. Nun verbringst du dein ganzes Leben damit, über alle sieben Kontinente zu wandern. Dabei ist es dir aber nur eimal erlaubt, sich niederzubücken und eine einzige Fliese hochzuheben. Wie groß wäre die Chance, die richtige Fliese zu treffen? Genau so hoch wie das Zusammentreffen von nur acht alttestamentliche Prophetien bei irgendeiner Person in der Menschheitsgeschichte. Bei 48 Prophetien wäre es eine Zahl mit 157 Nullen.

 

Jesus sagte, dass er kam, um die Prophetien zu erfüllen. Er sagte: „Alles [muß] erfüllt werden..., was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen“ (Lk 24,44). So ist die Bibel ein Buch über Jesus Christus. Die Autorität der Bibel ist so sehr mit der Autorität der Person Jesus Christus verbunden, dass die beiden unzertrennbar sind. Der Versuch, sie voneinander zu lösen kommt der Frage gleich, welche Schneide einer Schere wichtiger ist, oder welches Hosenbein einer Hose bedeutsamer. So halten wir fest: Wir lernen Christus durch die Bibel kennen, und wir verstehen die Bibel, wenn wir Christus kennen.

 

Mathematische Beweise der Inspiration

Wie wir wissen, ist das AT ursprünglich in Hebräisch geschrieben, das NT in Griechisch. Da gibt es nun eine spezielle Charakteristik dieser Sprachen. Während wir im Deutschen 26 Buchstaben plus Umlaute sowie für die Zahlen die arabischen Ziffern benutzen (1, 2, 3, 4 usw.), ist dies bei den Bibelsprachen ganz anders. Die gr. Buchstaben besitzen nämlich ebenso einen Zahlenwert: Alpha = 1, Beta = 2, Gamma = 3. Ebenso ist es im Hebräischen: Aleph = 1, Beth = 2, usw. Die hebr. und griech. Wörter können demnach neben ihren Wortbedeutungen auch als Zahlenketten betrachtet werden. Als ein Beispiel können wir das griech. Wort für „Jesus“ untersuchen. Schreibt man die Buchstaben statt nebeneinander untereinander, ordnet ihnen die Zahlenwerte zu und addiert diese, so erhält man für das Wort „Jesus“ z. B. die Quersumme 888. Es ist interessant, dass die Zahl für das sog. Tier aus dem Meer, eine Beschreibung für Satan, die Zahl 666 ist.

 

Wichtig ist für uns, zu wissen, dass jedes Wort in der Bibel einen Zahlenwert besitzt. Und letzten Endes gilt dies nicht nur für einzelne Wörter, sondern auch für ihre Sätze, jede Wortfolge, ganze Abschnitte und sogar Kapitel.

 

Schon im Jahr 1890 entdeckte Iwan Pawin, der an der Harvard Universität und anderen dozierte, dass unter dem hebr. und griech. Text des AT und NT wunderbare mathematische Zusammenhänge verborgen sind. Vor allem erkannte er, dass in jedem Satz der Bibel in irgendeiner Form die Zahl „sieben“ enthalten ist. Wir wissen, dass Gott diese Zahl immer wieder benutzte, um etwas in sich selbst als vollkommen darzustellen: Zum Beispiel bilden sieben Tage eine Woche; sieben Jahre baute Salomo am Tempel. Und alle sieben Jahre durfte das Volk Israel den Acker nicht bebauen. Heute wissen Experten aus agrarwissenschaftlichen Erkenntnissen heraus, dass ein Boden tatsächlich am produktivsten ist, wenn er alle sieben Jahre nicht gedüngt und bearbeitet wird. Die Schöpfung Gottes ist eine vollkommene Schöpfung. Vor allem aber gilt dies auch für Sein ewiges Wort: es ist vollkommen. Deshalb dürfen wir, wie wir gesehen haben, ihm nichts hinzufügen oder etwas streichen.

 

Nehmen wir z.B. die Erzählung von der Geburt Jesu in Matthäus 1,18-25:

  • Die Anzahl der griech. Worte in diesem Abschnitt ist die Zahl 161; sie ist durch 7 teilbar.
  • Die Summe dieser 161 Worte - die Zahl 93 394 – ist wiederum durch 7 teilbar ist.
  • Außerdem ergibt die Anzahl der gr. Vokabularworte in diesem Abschnitt die Zahl 77, die durch 7 teilbar ist.
  • Von diesen 77 griech. Vokabularworten ist die Anzahl derjenigen, die der Engel zu Joseph sprach, genau 28, was auch durch 7 teilbar ist, usw.

Wir erkennen, dass es mehrere Gruppen gibt, die zur Zahl 7 führen. Sie kommen in jedem Abschnitt der Bibel vor. Oft sind es bis zu 100 und mehr Gruppen, die auf merkwürdigste Art und Weise miteinander verbunden sind.

 

D. B. Turney erzählt, wie er versuchte, einen Abschnitt aufzubauen, in dem einige zahlenmäßige Zusammenstellungen hätten auftreten sollen und der einigermaßen Sinn ergeben sollte. Nach tagelanger Arbeit konnte jedoch nichts befriedigendes herausgebracht werden. Umso erstaunlicher ist es, dass die Bibel zum Teil von einfachen Leuten wie Fischer und Hirten geschrieben wurde.

 

Meist wird gegen die Zahlengruppen der Bibel der Einwand gemacht, dass solche oder ähnliche Zahlengruppen sehr wahrscheinlich auch aus anderen antiken Schriften herausgefunden werden könnten. Dies ist aber nicht der Fall. Die Bibel unterscheidet sich von allen anderen Büchern. Es gibt kein weiteres Schriftstück, von dem bekannt ist, dass es derartige Zahlengebilde enthält, weder der Koran noch das Buch Mormon. Auch in den Apokryphen ist das Vorhandensein solcher „Siebener-Gruppen“ nicht nachweisbar. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Apokryphen, jene Bücher zwischen dem AT und dem NT, nicht in demselben Maße inspiriert sind wie der biblische Kanon.

 

Hingegen finden sich in den umstrittenen Bibelpassagen wie Markus 16, 9-20 viele mathematische Hinweise auf die Inspiration. Und auch andere Fragen können mit Hilfe der Mathematik beantwortet werden, so dass das letzte Wort der Bibel nicht etwa „Amen“ heißen muß, sondern „Heiligen“. Es muß also heißen: „Die Gnade des Herrn sei mit allen Heiligen.“ Nur in diesem Fall bleibt die „Siebener-Symmetrie“ erhalten.

 

Wer hier tiefer einsteigen will, kann dies jederzeit tun. Heute beschäftigt sich ein ganzer Wissenschaftszweig an der hebr. Universität in Jerusalem mit der Zahlentheorie der Bibel. Führende Wissenschaftler bestätigen, dass die Bibel aus übernatürlicher Quelle stammen muß.

 

Keine selbstgefällige Schrift

Kein anderes Buch beschreibt den Menschen so realistisch wie die Bibel. Jakobus nennt sie deshalb „einen Spiegel“, in den ein Mensch hineinschauen kann, um sich selbst zu erkennen. Werner Gitt schreibt dazu: „Es gibt keine komödienhaften Übertreibungen, keine retuschierten Biographien und kein glorifizierendes Heldentum, das die negativen Seiten der Menschen verbirgt oder verschleiert. So bleiben in der Bibel die Sünden der Erzväter, der Ehebruch Davids und die Unordnung in der Kirche nicht unerwähnt.“
Umso mehr verwundert der hohe moralische Standard der Bibel, den kein menschlicher Autor in Anbetracht der Sündhaftigkeit des Menschen zu erheben wagen würde. Der Film „Die letzte Versuchung Jesu Christi“ war ein Beweis dafür, dass der Mensch dem moralischen Standard Jesu von sich aus nicht genügt. Daher bringt er Jesus Christus auf seine Ebene herunter. Doch die Bibel lehrt uns, dass es tatsächlich möglich ist, gemäß dem hohen Standard von Jesus Christus leben zu können. Und sie zeigt auch auf, wie dies geschieht. Sie redet ohne Entschuldigung von Umkehr, von Buße, von Vergebung durch Jesu Blut, vor allem aber von der Veränderung des menschlichen Herzens. Man kann die Bibel nicht lesen, ohne dass sie am eigenen Herzen Spuren hinterläßt. Sie ist keine Zeitung, die uns lediglich informiert, kein Buch, das uns nur bildet und keine Komödie, die uns nur unterhalten will. Die Bibel hat vielmehr Kraft zur Veränderung. Die religiösen Pharisäer, die sich mit diesem Buch nur bilden und zieren wollten, forderte Jesus mit folgenden Worten heraus: "Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes" (Mt 22,29). Und der Autor des Hebräerbriefes erklärt weiterhin: "Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens" (Heb 4,12).
Natürlich versucht der Mensch dieser Schärfe aus dem Wege zu gehen. Doch wer sich ihr stellt, ja, wer demütig genug ist, sich verändern zu lassen, unterwirft sich einer außerordentlich heilsamen Chirurgie: er wird in seinem Wesen verändert. Es war kein geringerer als C. H. Spurgeon, der einmal sagte: Eine auseinanderfallende Bibel gehört zu einem Menschen, der es nicht tut – ein Mensch, der in Ewigkeit vor Gott besteht.

Immer noch Einwände?

Eine Hauptkritik gegenüber dem AT bezieht sich darauf, dass uns heute bekanntlich keine Originaltexte mehr vorliegen. Dabei unterstellt man der heutigen Bibel einfach fehlerhafte Abschriften. – Doch bitte beachten Sie:
    Es gibt nur wenige Unterschiede zwischen den Masoreten-Handschriften, die den heiligen Text von 500 n. Chr. an mit Laut- und Lesezeichen versahen.
    Die Septuaginta, die griech. Übersetzung des hebr. AT stimmt beinahe buchstäblich mit dem masoretischen Text überein.
    Es gibt einen samaritischen Pentateuch (5 Bücher Mose), mit dem Übereinstimmung besteht.
    Es gibt tausende von Fragmenten aus der Geniza von Kairo.
    Für das Kopieren der Handschriften besaßen die Schriftgelehrten sehr gewisssenhafte Regeln.
    1947 wurden die Qumranrollen entdeckt, die - wie später bewiesen werden konnte - älter als 1900 Jahre alt sind.
Wir haben daher aus diesen und noch vielen anderen Gründen Grund genug zu glauben, dass der Text, den wir besitzen, wirklich mit dem ursprünglichen Schriftgut übereinstimmt.
Kritiker der Bibel führen häufig an, dass ...
a) die Originalhandschriften fehlen,
b) der Inhalt der Evangelien durch mündliche Überlieferung entstanden sei (diese Theorie ist ein Produkt der modernen Formkritik) und
c) daß die Bibel voller Fehler und Widersprüche stecke.
Doch diese drei Hauptanklagen sind von vielen Wissenschaftlern bereits widerrufen worden.
Zu a) Josh McDowell schreibt: „Cäsar trug seine Geschichte der gallischen Kriege zwischen 58 und 50 v.Chr. zusammen, und die Glaubwürdigkeit dieser Manuskripte beruht auf neun oder zehn Kopien, die 1000 Jahre nach seinem Tode entstanden. Bei der Frage nach der Verläßlichkeit der neutestamentlichen Manuskripte macht die Materialfülle fast verlegen ... Heute gibt es etwa 20 000 Kopien des NT. ... Sir Frederic Kenyon, der frühere Direktor und Chefbibliothekar des Britischen Museums, galt als höchste Autorität auf dem Gebiet alter Handschriften. Er kommt zu dem Schluß: ‚Der Zwischenraum zwischen dem Zeitpunkt der Zusammenstellung und den frühesten noch vorhandenen Beweisstücken verringert sich durch die jüngsten Funde so sehr, daß er in der Tat zu vernachlässigen ist’.“
Zu b) Zur mündlichen Überlieferung der Evangelien, die erst Ende des 2. Jahrhunderts aufgeschrieben worden seien, schreibt Paul. L. Maier, Professor für Alte Geschichte an der Western Michigan-Universität: „Die Argumente, daß die Christenheit den Ostermythos erst über eine längere Zeitperiode hin ausgebrütet habe oder daß die Quellen erst viele Jahre nach dem Ereignis niedergeschrieben worden seien, entsprechen nicht den Tatsachen.“ Tatsache ist, dass die biblischen Bericht direkt von Männern geliefert wurden, die entweder selbst Augenzeugen waren oder die Berichte von Augenzeugen wiedergaben. Johannes schreibt: "Was wir gesehen und gehört haben, verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus" (1Jo 1,3). Und Petrus erklärt: „Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, nicht indem wir ausgeklügelten Fabeln folgten, sondern weil wir Augenzeugen seiner herrlichen Größe gewesen sind“ (2Pet 1,16). Petrus kannte den Unterschied zwischen einer ausgeklügelten Fabel und der Wahrheit. Für diese Wahrheit erlitt er den Märtyrertod.
Zu c) Die Behauptung, die Bibel stecke voller Widersprüche, ist leicht dahingesagt. Ein Beispiel soll hier ausreichen. Kaum ein anderes Buch der Bibel wurde so sehr in Frage gestellt wie die Jesaja-Rolle. Man sprach von zwei Autoren, die an ihrem unterschiedlichen Schreibstil zu erkennen seien. Besonders im 19. Jarhundert ist diese Theorie bei uns in Deutschland entstanden. Doch Jesus zitierte aus beiden Teilen der Rolle, von denen einige Theologen behaupten, dass sie im Widerspruch stünden. Nach dem 39. Kapitel des Buches ist offenbar ein Sprung zu erkennen bezüglich des Inhalts und des Schreibstils. So seien die ersten 39 Kapitel von einem Autor geschrieben, die restlichen 27 von einem anderen. Doch, was zunächst wie ein Widerspruch hinsichtlich des einen Verfassers Jesaja aussah, entpuppt sich als ein fantastisches Geheimnis: Ebenso, wie die Bibel aus 66 Büchern besteht, enthält die Jesaja-Rolle 66 Kapitel. Heute erkennen wir darin ein wunderbares Bild für die Symmetrie der Heiligen Schrift. So wie nach dem 39. Jesaja-Kapitel ein neuer Stil beginnt, so ist auch ein neuer Stil nach dem 39. Buch der Bibel mit dem Beginn des NT vorzufinden. Das Buch Jesaja ist aber nicht nur aus diesem Grunde sehr ernst zu nehmen, sondern auch wegen seiner Prophetien.

Abschließende Hinweise

Auf einer Weihnachtskarte fand sich der folgende Spruch aus Offenbarung 11,10: "Und die auf der Erde wohnen... werden einander Geschenke senden..." Doch dieser Vers hat sicher nichts mit Weihnachten zu tun. Er geht folgendermaßen weiter: "... denn diese Propheten quälten die auf der Erde Wohnenden." Er redet vom Märtyrertod zweier Prediger. So müssen wir aufpassen vor:

  • einer Fehlinterpretation von Bibelstellen (Versinnbildlichung und Vergeistlichung von Inhalten, die wörtlich zu nehmen sind)
  • einer falschen Anwendung von Bibelstellen (Heranziehen von Bibelstellen, die für     die entsprechende Situation nicht gedacht ist).

Die Sprache der Bibel ist verschiedenartig: Bildlich, symbolisch und wörtlich.
Die Ausdrücke „verhärtet nicht eure Herzen“ oder „lasst die Toten die Toten begraben“ sind bildlich zu verstehen (und keine Anspielung auf den letzten Gruselfilm). Die Bedeutung ergibt sich jeweils aus dem Zusammenhang.
Symbolische Sprache, wie z. B. die Beschreibung von den „vier wilden Tieren Daniels“ oder „Christus in der Mitte der Leuchter“ ist entweder im gleichen Kapitel oder irgendwo anders in der Bibel erklärt.
Der Rest der biblischen Sprache ist mit dem Hintergrund der damaligen Sitten und Gebräuche, der Grammatik und Poetik zu verstehen. Dies bedeutet, dass wir die Aussagen so nehmen müssen, wie sie dort geschrieben sind. Wir dürfen den Inhalt keinesfalls versinnbildlichen oder vergeistlichen.
Wenn die Bibel sagt: „Der Gelähmte wurde geheilt und nahm sein Bett auf und ging umher“, dann wurde er wirklich gesund und stand in der Tat auf. Wenn sie sagt, dass Jona im Bauch des Riesenfisches drei Tage und drei Nächte verbrachte, dann war er dort tatsächlich und nicht nur im Traum. Wenn ich mich dazu entscheide, Gottes Wort zu glauben, würde ich es sogar tun, wenn dort stünde: Und der Riesenfisch war in Jonas Bauch. Ich habe mich innerlich einfach dazu entschlossen, die Bibel als Gottes Wahrheit anzunehmen.

 

Die Bibel enthält nicht nur Gottes Wille, sondern sie ist Sein Wille. Als Testament ist sie Sein letzter Wille. Niemand ist so dumm, dass er ein Testament nicht liest. Man sollte es so schnell wie möglich öffnen; es könnte etwas sehr sehr Wertvolles darin geschrieben stehen. Von einem Testament gibt es keine zweite oder überarbeitete Auflage. Wahrheit ändert sich nicht. Kammerton A klingt heute genau so wie vor 2000 Jahren. Jesus sagt: „Ich bin derselbe, gestern, heute und in alle Ewigkeit.“ Lerne Ihn doch einfach durch Sein Wort kennen.
Ich lade dich herzlich auf eine spannende Reise durch Gottes Wort ein. Wieviel Zeit benötigt man, um vom Buch Genesis bis zur Offenbarung zu lesen? Wenn man mit durchschnittlicher Predigtgeschwindigkeit sprechen würde (langsam genug, um gehört und verstanden zu werden), brauchte man 71 Stunden. Wenn man dies in Minuten ausdrücken will und in 365 Tagen, dann macht dies nur 12 Minuten pro Tag, und man kommt von einem Buchdeckel der Bibel bis zum anderen in genau einem Jahr.
Ist das wirklich zuviel Zeit?


Gerade hatte ich alle Vorbereitungen getroffen, um als junger Physiker ins Berufsleben einzusteigen, als im Jahr 1989 alles anders kam. Mit nur einem einzigen Bibelwort hatte Gott es offenbar geschafft, meine ganze Planung zu durchkreuzen. Das Wort, das er mir einbrannte, kam direkt aus Jos 1,8: „Dieses Gesetzbuch soll nicht von deinem Munde weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht, auf dass du achtgebest, zu tun nach allem, was darin geschrieben steht; denn alsdann wird dir dein Weg gelingen, und dann wirst du weislich handeln!“ (Jos 1,8). Paulus wiederholte es im Neuen Testament in etwas anderer Form, als er dem jungen Timotheus ans Herz legte: „Gib dir Mühe, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit richtig behandelt“ (2Tim 2,15). Forsche, gib dir Mühe und arbeite. Ja, das kannte ich aus meinem Studium, aber geht das auch mit dem Wort Gottes? Mein Gebet ist, dass der Forschergeist – der Heilige Geist – beim Lesen dieses Buches auf dich fällt. Grabe einfach tief im Wort Gottes und entdecke viele unbezahlbare Schätze. Da gibt es einen erheblichen Unterschied zwischen einem Touristen und einem Forscher. Der Tourist reist relativ schnell, hält nur an den bemerkenswertesten und bekanntesten Punkten. Doch der Forscher nimmt sich die Zeit, um alles zu untersuchen, was er auffinden kann. Zu viele Menschen lesen die Bibel wie ein Tourist und klagen dann darüber, dass sie diesem Buch nichts abgewinnen können.


Ich stellte mir als junger Mann irgendwann die Frage, ob es so in Ordnung ist, 13 Jahre zur Schule zu gehen, 5 oder 7 Jahre auf der Universität zu sein und dann noch Jahre lang im Beruf lernen zu müssen – und dies alles nur, um seinen täglichen Lebensunterhalt zu verdienen. Ist es nicht schier paradox, dass wir dagegen, wenn es um Gottes Wort geht, uns gerade mal mit einem vierwöchigen Grundlagenkurs begnügen? Ich möchte dich darum dazu ermutigen, mit tiefer in die Bibel einzusteigen. Gottes Wort ist mit einem geheimnisvollen Gewässer vergleichbar – auch wenn es so flach ist, dass ein Baby darin gar nicht ertrinken kann, besitzt es zugleich eine solche Tiefe, dass wir niemals auf dessen Grund stoßen werden.

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